Erschöpfung ist ein Zustand, der zunehmend mehr Menschen betrifft. Sie ist häufig nur schwer von Burnout, depressiven Verstimmungen, chronischen Schmerzen oder einer Depression abzugrenzen. Es handelt sich hierbei um ein Anzeichen, das sich meist allmählich entwickelt und in weiterer Folge Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder auch Reizbarkeit hervorrufen kann. Auf Dauer kann Erschöpfung zur Entstehung ernsthafter psychischer sowie körperlicher Gesundheitsprobleme beitragen.
Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
Müdigkeit ist ein natürlicher körperlicher Vorgang, der uns signalisiert, wann Regeneration und Auszeit notwendig sind, um leistungsfähig zu bleiben. Man unterscheidet zwischen physischer Ermüdung als Folge körperlicher Aktivität und mentaler Erschöpfung durch geistige Beanspruchung. Müdigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Schläfrigkeit – letztere ist oft eine Konsequenz von Müdigkeit.
Fatigue hingegen beschreibt eine deutlich spürbare (subjektive) Reduktion der Leistungsfähigkeit bei kognitiven oder physischen Anforderungen. Bereits geringe Anstrengungen führen zu intensiver Erschöpfung, die nicht in Relation zum Aufwand steht. Betroffene empfinden ein verstärktes Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug.
Chronisches Fatigue Syndrom – mehr als nur Müdigkeit
Das Chronischen Fatigue Syndrom (CFS), auch bekannt als Myalgische Enzephalomyelitis (ME) äußert sich in unterschiedlich intensiven körperlichen und kognitiven Beschwerden. Nach psychischer oder körperlicher Überbeanspruchung folgt eine anhaltende Erschöpfung, die sich auch durch ausgiebige Ruhephasen nicht bessert.
Typische Symptome umfassen Kreislaufprobleme (z. B. Schwindel, Herzrasen), Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, kognitive Beeinträchtigungen („Gehirnnebel“), Schlafstörungen, ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie geschwollene Lymphknoten. Häufig sind zusätzlich Infektanfälligkeit, neu entwickelte Allergien oder Unverträglichkeiten (z. B. Reizdarmsymptome) festzustellen. Bleibt CFS unbehandelt, kann es zu einer chronischen Einschränkung der Lebensqualität und zu begleitenden psychischen Erkrankungen wie Ängsten oder Depressionen kommen.
Erschöpfung und Burnout
Die sogenannte Erschöpfungsdepression – auch als Burnout bekannt – lässt sich nicht eindeutig abgrenzen und schwer definieren. Im Kern beschreibt sie einen Zustand innerer Leere, Müdigkeit und Gleichgültigkeit, oft ausgelöst durch langanhaltende berufliche oder private Belastung.
Die körperlichen Beschwerden ähneln denen des CFS: Dazu zählen Kopfschmerzen, Schwindel, muskuläre Schmerzen, Herzbeschwerden, Magen-Darm-Probleme sowie Schlaflosigkeit. Auch Zahnprobleme, Atemnot oder Tinnitus können auftreten.
Der entscheidende Unterschied zum CFS liegt im Ursprung: Während das CFS meist durch eine Infektion ausgelöst wird, sind es beim Burnout soziale, emotionale oder berufliche Dauerbelastungen, die zum „Ausgebranntsein“ führen. Dieser Zustand wirkt sich auf die gesamte Lebensführung aus – vom Denken über das Ess- und Schlafverhalten bis hin zur Konzentration und Motivation.
Für alle Fälle
Innerhalb der Kampagne „FÜR ALLE FÄLLE – Die österreichischen Psychotherapeut:innen“ erklärt Psychotherapeut Richard Rogenhofer im folgenden Video, dass Psychotherapie eine wertvolle Unterstützung und Hilfestellung bei Erschöpfung, Schlafstörungen oder Stress sein kann. Psychotherapie hilft, neue Energie zu gewinnen und die Schlafqualität zu verbessern.
Transkript:
„Du bist überlastet, gereizt und hast nie Zeit? Du hast keine Lust mehr auf Bewegung, auf Sport? Du hast keine Lust auf deine Hobbys? Erschöpfung, Schlafstörungen, Stress können Anzeigen einer psychischen Erkrankung sein. Du schläfst schlecht, deine Gedanken kommen nicht zu Ruhe. Du fühlst dich einfach leer. Psychotherapie kann dir helfen, damit du wieder gut schlafen kannst. Damit du mehr Energie hast. Wir sind für alle Fälle für dich da.

Ende 2024 startete der ÖBVP (Österreichische Bundesverband für Psychotherapie) in Kooperation mit dem VÖPP (Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten) eine Kampagne „Für alle Fälle“ in den sozialen Medien (Facebook und Instagram).
Das zentrale Ziel der Kampagne war, die Psychotherapie klar zu beschreiben und sie dadurch von den vielen anderen Angeboten im Bereich der psychischen Gesundheit und Erkrankungen abzugrenzen. Es wurden Ausschnitte aus der Behandlungsvielfalt der Psychotherapie gezeigt.
